Was ist Energy Sharing?
Viele Haushalte erzeugen mittags mehr Solarstrom als sie selbst verbrauchen. Andere haben durch Homeoffice, Wärmepumpe oder Elektroauto einen besonders hohen Tagesbedarf. Energy Sharing verbindet genau diese beiden Seiten miteinander.
Mit § 42c EnWG gibt es einen gesetzlichen Rahmen für Energy Sharing in Deutschland. Ab dem 1. Juni 2026 müssen Verteilnetzbetreiber die gemeinsame Nutzung erneuerbarer Energie innerhalb der vorgesehenen Bilanzierungsgebiete ermöglichen. (Informationsstand: Mai 2026. Details hängen vom jeweiligen Netzbetreiber ab.)
Strom teilen mit Nachbarn bedeutet dabei nicht, dass Strom direkt durch eine eigene Leitung fließt. Der erzeugte Solarstrom wird über das öffentliche Netz eingespeist und bilanziell einer Verbrauchsstelle zugeordnet.
Welche Rolle spielen Solaranlagenbesitzer und Verbraucher?
- Solaranlagenbesitzer (Erzeuger): Wer eine PV-Anlage hat und regelmäßig mehr Strom produziert als selbst verbraucht, kann diesen Überschuss über Energy Sharing weitergeben. Der Vergleichswert von ca. 7,78 ct/kWh gilt für neue Gebäude-PV-Anlagen bis 10 kW in Teileinspeisung bei Inbetriebnahme vom 1. Februar bis 31. Juli 2026. Der tatsächliche Energy-Sharing-Preis wird frei vereinbart. (Beispielwerte, Stand Mai 2026.)
- Verbraucher: Wer lokalen Solarstrom beziehen möchte, profitiert von einem möglicherweise günstigeren Preis als beim Grundversorger – und von der Gewissheit, dass ein Teil des Stroms aus der Nachbarschaft stammt. Zum vereinbarten Preis kommen Netzentgelt, Steuern und Abgaben hinzu. Für Zeiten ohne ausreichenden Solarstrom bleibt eine Reststromversorgung beim bisherigen Anbieter erforderlich.
Warum sind Bilanzierungsgebiet und Messung relevant?
Bilanzierungsgebiet: In der ersten Umsetzungsstufe ab dem 1. Juni 2026 ist Energy Sharing innerhalb des Bilanzierungsgebiets eines Elektrizitätsverteilernetzbetreibers vorgesehen. Das ist keine Stadtgrenze. Der Verteilnetzbetreiber ist ein wichtiger Hinweis, ersetzt aber nicht die konkrete Prüfung.
Ab dem 1. Juni 2028 darf Energy Sharing auch auf direkt angrenzende Gebiete ausgeweitet werden, sofern beide in derselben Regelzone liegen – zum Beispiel Berlin und Brandenburg (beide 50Hertz-Regelzone). (Quelle: § 42c Abs. 4 Nr. 2 EnWG. Informationsstand: Mai 2026.)
Messung: Energy Sharing nach § 42c EnWG erfordert eine Zählerstandsgangmessung oder viertelstündliche registrierende Leistungsmessung. In der Praxis läuft das häufig über ein intelligentes Messsystem. Den Einbau beziehungsweise die Messung klärst du mit dem zuständigen Messstellenbetreiber.
Wie funktioniert das Matching auf der Plattform?
Bevor der Score berechnet wird, prüft die App eine harte Voraussetzung:
Für alle Profile, die diese Voraussetzung erfüllen, berechnet sich der Score aus vier Faktoren:
Wie gut passt der monatliche Solarüberschuss zum Monatsbedarf? Gute Passung bedeutet weniger Reststrom.
Solarstrom entsteht tagsüber. Verbraucher mit Homeoffice oder Wärmepumpe nutzen ihn genau dann.
Preisvorstellung beider Seiten. Den genauen Preis vereinbart ihr direkt miteinander.
Haben beide Seiten bereits einen Smart Meter, ist die Umsetzung deutlich einfacher und schneller.
Was kostet Energy Sharing?
Der Verbraucher zahlt einen vereinbarten Preis je kWh an den Erzeuger. Zusätzlich fallen Netzentgelte des Verteilnetzbetreibers sowie Steuern und Abgaben an. Mess-, Abrechnungs- oder Reststromkosten können dazukommen.
Für eine individuelle Berechnung nach Netzgebiet steht der Energy Sharing Rechner ohne Login zur Verfügung.
Ablauf in vier Schritten
- 1Profil anlegen. Anlagengröße, PLZ, typische Überschuss- oder Verbrauchszeiten, Preisvorstellung und Smart Meter Status. Keine genaue Adresse in dieser Phase.
- 2Match entdecken. Passende Energy-Sharing-Partner in deiner Region, anonymisiert, sortiert nach Score.
- 3Kontakt anfragen. Erst wenn beide Seiten bestätigen, werden Details sichtbar und ihr könnt direkt schreiben.
- 4Voraussetzungen gemeinsam prüfen. Netzbetreiber kontaktieren, Messung klären, Vertrag schließen. Das Infopaket in der App bietet dazu einen Orientierungsrahmen.
Was ohne Login geht und wofür du dich registrierst
- ✓Diese Erklärungsseite – ohne Login, ohne Account.
- ✓Den Energy Sharing Rechner – Netzentgelt, Kosten und Erzeuger-Erlös berechnen, ohne dich zu registrieren.
- ✓Die Deutschlandkarte mit Netzbetreiberübersicht steht nach dem Login in der App zur Verfügung.
- →Für den Match: Profil anlegen, damit die App dir passende Energy-Sharing-Partner in deiner Region zeigen kann.
- →Für den Kontakt: Registrierung, damit beide Seiten eine Kontaktanfrage bestätigen können – erst danach werden Details sichtbar.
Was EnergySharingPartner ist und was nicht
- ✓Wir sind: Eine kostenlose, neutrale Vermittlungsplattform. Wir bringen Erzeuger und Verbraucher zusammen, die Energy Sharing prüfen möchten.
- ✕Wir sind kein: Stromanbieter, Energieversorger oder Lieferant. Wir verkaufen keinen Strom und sind nicht Vertragspartei.
- ✕Wir übernehmen nicht: Reststromversorgung, Abrechnung oder Zahlungsabwicklung. Das regelt ihr direkt miteinander.
Jetzt Profil anlegen.
Kostenlos registrieren und mögliche Partner im selben Netzgebiet entdecken. Keine Provision, kein Abo.